Am 26. Dezember um 12:00 Uhr wurde die Feuerwehr St. Andrä-Wördern zur Unterstützung der örtlich zuständigen Feuerwehr Höflein bei einem Öltreiben im Bereich des Donaukraftwerks Greifenstein alarmiert.
Bereits seit ca. 10:00 Uhr waren mehrere Feuerwehren, darunter die Feuerwehr Höflein/Donau, Korneuburg, Kritzendorf und Klosterneuburg, diesbezüglich im Einsatz. Aufgrund der noch unklaren Sachlage wurde das Logistikfahrzeug der Feuerwehr St. Andrä-Wördern bereits im Vorfeld mit sämtlichem Zubehör für die Ölbekämpfung auf dem Wasser beladen und zum Einsatzort beordert. Zur gleichen Zeit wurde das Arbeitsboot der Feuerwehr St. Andrä-Wördern mithilfe des schweren Rüstfahrzeugs im Bereich des Oberwassers in die Donau gehoben und anschließend ins Unterwasser geschleust.
Bei Eintreffen der Einsatzkräfte bei der Einsatzleitung der Feuerwehr Höflein/Donau wurde mitgeteilt, dass sich ein Ölfilm im Unterwasserbereich des Donaukraftwerks Greifenstein gebildet hatte. Als mögliche Ursache kam eine der Wasserturbinen in Frage. In erster Instanz wurde mit dem zuständigen Journaldienst der Bezirkshauptmannschaft Tulln Rücksprache gehalten. Dieser ordnete den Einsatz von Bioversal an.
Erklärung von Bioversal:
Bioversal ist ein umweltfreundliches Reinigungsmittel, das Ölverschmutzungen auf dem Wasser bekämpft, indem es Ölpartikel einkapselt und an der Oberfläche hält. Dadurch wird der natürliche, biologische Abbau durch Mikroorganismen stark beschleunigt, sodass am Ende nur noch Wasser und CO₂ übrig bleiben. Die Umweltbelastung wird somit minimiert.
Das eingesetzte Lösemittel wurde mit einem Arbeitsboot und einer eigens kreierten Ölbekämpfungseinheit der Feuerwehr St. Andrä-Wördern großflächig aufgetragen. Gleichzeitig reinigte die Feuerwehr Höflein/Donau die Wehrmauern und weitere kontaminierte Stellen mit einem Feuerwehrboot. Während dieser Arbeiten wurden zur besseren Lagebestimmung mehrere Drohnenflüge durchgeführt.
Gemeinsam mit den Mitarbeitern des Donaukraftwerks Greifenstein wurde die Leckage gesucht. Die Ursache des Öls ist vermutlich eine Wasserturbine, aus der eine nicht näher definierte Menge an Öl ausgetreten war. Zunächst wurde versucht, die Turbine mittels Dammwänden vom Fließgewässer zu trennen. Dies gelang jedoch nicht. Daher wurde umgehend die Schadstoffgruppe Elsbach, ein weiteres Arbeitsboot der Feuerwehr Klosterneuburg sowie das nötige Equipment für eine Ölsperre bereitgestellt und alarmiert.
Nach Eintreffen des Bezirksfeuerwehrkommandanten OBR Christian Burkhart, des Abschnittsfeuerwehrkommandanten BR Johann Steinböck, des Schadstoffabschnittssachbearbeiters Tulln VI Andreas Knirsch und des Abschnittssachbearbeiters Wasserdienst ASB Franz Franer wurde die weitere Vorgehensweise besprochen.
Zur großflächigen Ausleuchtung der Einsatzstelle wurde die Drehleiter in Stellung gebracht. Da der Verdacht bestand, dass der Ölaustritt von einer Turbine ausging, wurde eine Dammwand mithilfe eines Portalkrans zur Hälfte ins Wasser gelassen und zwischen der Dammwand und der Kraftwerkswand auf einer Länge von etwa zehn Metern selbstsaugende Ölsperren installiert.
Anschließend wurde erneut Bioversal mit dem Arbeitsboot der Feuerwehr St. Andrä-Wördern aufgebracht.
Ein weiterer Ölaustritt konnte nicht festgestellt werden.
Gegen 20:10 Uhr konnte der Einsatz nach dem Reinigen und Verstauen aller Gerätschaften beendet werden.
Am 27. Dezember 2025 gegen 10:00 Uhr fand eine Nachkontrolle mit verschiedenen Beteiligten statt.
Nach rund zehn Stunden konnte die Feuerwehr St. Andrä-Wördern wieder einrücken und die Einsatzbereitschaft wiederherstellen.
Bei diesem Einsatz standen das schwere Rüstfahrzeug (SRF), Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF3), Logistikfahrzeug, Berge-Lösch-Fahrzeug (BLF), Kommandofahrzeug (KDO), Drehleiter (DLK), Mannschaftstransportfahrzeug 1 (MTF1), Mannschaftstransportfahrzeug 2 (MTF2), Drohne St. Andrä-Wördern und Arbeitsboot im Einsatz.
Weitere Einsatzkräfte: Feuerwehr Höflein an der Donau, Feuerwehr Klosterneuburg, Schadstoffgruppe Elsbach, Polizei